Die LSVT®-Methode

Zunächst betrachten wir das Ausgangsproblem: Die Wahrnehmung für die eigene Stimme ist verändert und Parkinson-Patienten hören sich selbst lauter als sie sind, daher sprechen sie zu leise und monoton. In der LVST®-Therapie lernen sie, die eigene Wahrnehmung zu verändern und neu zu kalibrieren. Die Rückkopplung und Selbstwahrnehmung erfolgt nicht nur über das Gehör, sondern auch über Atmung und Sprechmuskulatur.

“Fühlen Sie, wie es sich anfühlt, laut zu sprechen!”

Die Patienten spüren, wie viel Kraft sie anwenden müssen, um gut verstanden zu werden. Sie lernen, dass “lauter” besser ist für die Kommunikation. Durch die hohe Übungsfrequenz sollen sie wieder in der Lage sein, eine kräftige Stimme zu benutzen.

 

Das “Lee Silverman Voice Treatment” LSVT®

Das intensive Stimmtraining zur logopädischen Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson wurde von den beiden amerikanischen Sprachtherapeutinnen Prof. Lorraine Olson und Carolyn Mead entwickelt  und nach ihrer ersten Patientin, Lee Silverman, benannt. Seit 1987 hat sich das von Olson und Mead entwickelte Verfahren immer mehr etabliert und wurde durch Studien in seiner Wirksamkeit nachgewiesen. Zur englischsprachigen Website:  www.lsvtglobal.com

Erwiesene Wirksamkeit

In einer Studie mit 150 Personen konnten anhaltende Erfolge bei ideopathischen Parkinson-Patienten nachgewiesen werden. In Deutschland findet die Methode ebenfalls seinen Platz in der logopädischen Rehabilitation:

  • Nur zertifizierte Therapiefachkräfte dürfen behandeln.
  • Die intensive Therapie umfasst 16 Therapieeinheiten in 4 Wochen.

 

Denken Sie „LAUT!“

Der Fokus der Therapie liegt ausschliesslich auf der Behandlung der Stimme und das Grundkonzept – Intensität, Häufigkeit, Einfachheit der Aufgabe  – basiert auf Studien über das motorische Lernen in der neurologischen Rehabilitation.

Die Prinzipien des LSVT®

1. Intensität (4 x wöchentlich 4 Wochen lang)
2. Vermehrte Anstrengung (“high effort”)
3. Stimmschwerpunkt (“voice focus”)
4. Neueinstellung der Wahrnehmung (“calibration”)
5. Objektive, messbare Dokumentation (Quantifizierung)

Der Patient oder die Patientin erhält nach einer Diagnostik 16 Einheiten intensiv in 4 Wochen, zusätzlich mit täglichen Hausaufgaben und täglichen Transferaufgaben. Die täglichen Übungen sind wichtig, sonst führt die Therapie nicht zum gewünschten Erfolg. Wenn die Patienten in kurzer Zeit Erfolgserlebnisse im Alltag und positive Veränderungen erleben, wird langfristig die innere Überzeugung und Wahrnehmung gestützt. So kann der Transfer gelingen.